Tag 1 · Fr 11.09. · Einführung in das Marketing
Das Blatt · Prüfungswissen Marketing
Marketing ist mehr als Werbung
Ein Unternehmen richtet alle Aktivitäten an den heutigen und künftigen Erfordernissen des Marktes aus. Der Kernsatz: Denken im Kopf des Kunden. Was Kettelbach anbietet, kostet, liefert und sagt, muss zusammenpassen.
1Was Marketing ist
Marketing bedeutet, alle Aktivitäten eines Unternehmens konsequent auf die gegenwärtigen und zukünftigen Erfordernisse der Märkte auszurichten.
Marketing ist marktorientierte Unternehmensführung – eine Haltung, die in allen Bereichen wirkt: freundlicher Kontakt, verständliches Angebot, pünktliche Lieferung, korrekte Rechnung. Und zugleich eine betriebliche Funktion: Eine Marketingabteilung plant und koordiniert Maßnahmen, kann die Marktorientierung aber nicht allein herstellen.
| Marktorientierung | Entscheidungen richten sich an Markt, Nachfrage und Wettbewerb aus |
|---|---|
| Kundenorientierung | Bedürfnisse und Erwartungen der Kunden stehen im Mittelpunkt |
| weitere Orientierungen | Problem-, Gesellschafts-, Umwelt- und Entwicklungsorientierung |
Marketing ≠ Werbung. Werbung ist nur ein Instrument der Kommunikationspolitik.
2Verkäufermarkt und Käufermarkt
Verkäufermarkt: Nachfrage übersteigt das Angebot, Anbieter bestimmen die Bedingungen. Käufermarkt: Angebot übersteigt die Nachfrage, Kunden vergleichen Preise, Leistung und Bewertungen – der Absatz wird zum Engpass.
Im Käufermarkt muss ein Unternehmen Kundenbedürfnisse verstehen, sich vom Wettbewerb unterscheiden und Service bieten. Deshalb braucht es Marketing.
3Marketing als Regelkreis
Zielsetzung nennt den gewünschten Zustand. Planung legt den Weg fest. Realisation ist die Durchführung. Kontrolle prüft, ob das Ziel erreicht wurde.
4Marketingziele: quantitativ und qualitativ
quantitativ (ökonomisch)
- in Zahlen messbar
- Umsatz, Gewinn, Wachstum, Marktanteil, Kosten, Marktführerschaft
qualitativ (psychografisch)
- Wahrnehmung und Einstellungen
- Bekanntheit, Image, Vertrauen, Qualität, Zuverlässigkeit, soziale Verantwortung
SMART: spezifisch · messbar · akzeptiert · relevant · terminiert.
| unvollständig | „Wir wollen den Umsatz steigern.“ |
|---|---|
| besser | „Der Umsatz des Onlineshops soll bis zum 31.12.2028 von 8 auf 16 Prozent des Gesamtumsatzes steigen.“ |
Ein Ziel braucht Messgröße, Zeitraum und gewünschte Wirkung – auch qualitative Ziele sollen messbar gemacht werden.
5Wo Marketing überall stattfindet
Organisation: funktionsorientiert (Werbung, Verkauf, Marktforschung) oder objektorientiert (Produkte, Kundengruppen, Regionen); Mischformen: Produkt- oder Key-Account-Management. Außerdem: B2B/B2C; lokal bis global.
Das Blatt · Tag 1 · Rückseite
Anspruchsgruppen, Zusammenspiel, Prüfung
Die Prüfung fragt nicht „Was ist Marketing?“, sondern „Erläutern Sie, warum …“ und „Nennen Sie drei Anspruchsgruppen mit je einem Interesse“. Diese Seite trainiert das.
6Stakeholder und Shareholder
Stakeholder sind Personen, Gruppen oder Organisationen, die das Unternehmen beeinflussen oder von seinen Entscheidungen betroffen sind. Beim Roboter: Kunden interessiert die Leistung, Händler die Marge, Lieferanten die Abnahmemenge, Beschäftigte sichere Abläufe.
Alle Shareholder sind Stakeholder – aber nicht alle Stakeholder sind Shareholder.
7Marketing als Aufgabe des ganzen Unternehmens
Integriertes Marketing richtet nicht nur eine Abteilung, sondern alle Bereiche am Markt und am Kundennutzen aus.
| Entwicklung | Tierhaar-Bürste, die im Alltag hält |
|---|---|
| Einkauf / Produktion | Bauteile verfügbar, Qualität verlässlich |
| Buchhaltung | korrekte Rechnung, Skonto richtig verbucht |
| Vertrieb / Service | Ersatzteile lieferbar, Reklamation bearbeitet |
Ein guter Roboter nützt wenig, wenn Ersatzteile fehlen, Rechnungen falsch sind oder Reklamationen liegen bleiben.
8Prüfungsfallen
- Marketing mit Werbung oder Verkauf gleichsetzen.
- Ein Ziel ohne Messgröße, Zeitraum oder gewünschte Wirkung als ausreichend ansehen.
- Stakeholder nur als Aktionäre verstehen.
- Zielsetzung, Planung und Realisation durcheinanderbringen.
- Quantitativ mit „wichtig“ und qualitativ mit „unwichtig“ verwechseln – beide zählen.
- Verkäufer- und Käufermarkt über das Preisniveau statt über Angebot und Nachfrage erklären.
9Daran erkenne ich den Aufgabentyp
- „Nennen Sie zwei quantitative Marketingziele.“Stichworte genügen
- „Erläutern Sie, warum Marketing im Käufermarkt wichtig ist.“ganze Sätze mit „weil“
- „Ordnen Sie die Ziele quantitativ oder qualitativ zu.“Messgröße nennen
- „Nennen Sie drei Anspruchsgruppen mit je einem Interesse.“Gruppe + Interesse
- „Erläutern Sie an zwei Bereichen, wie sie zum Marketing beitragen.“Bereich + Kundenwirkung
Erläutern heißt: Zusammenhang in vollständigen Sätzen – „Im Käufermarkt ist das Angebot größer als die Nachfrage. Kunden können leicht vergleichen und wechseln. Deshalb muss sich ein Unternehmen aktiv an Kundenbedürfnissen orientieren und vom Wettbewerb unterscheiden.“
10Selbstcheck – ohne App, ohne Hilfe, in fünf Minuten
- Ich definiere Marketing in einem klaren Satz.
- Ich unterscheide Verkäufermarkt und Käufermarkt über Angebot, Nachfrage und Engpass.
- Ich nenne zwei quantitative und zwei qualitative Marketingziele.
- Ich erkläre den Unterschied zwischen Zielsetzung, Planung und Realisation.
- Ich ordne je ein Beispiel dem Beschaffungs-, internen und Absatzmarketing zu.
- Ich erkläre Stakeholder und Shareholder in einem Satz.